Der Medienkompass Mecklenburg-Vorpommern

Eine Orientierung für Kindertagesstätten, Schulen, Familien und
außerschulische Träger der Kinder- und Jugendarbeit

Die Entwicklung von Medienkompetenz ist eine wichtige Voraussetzung für das Leben in einer modernen medial geprägten Gesellschaft und damit eine zentrale Bildungsaufgabe. Der Medienkompass M-V knüpft hier an und bietet modulare Angebote für die Arbeit mit allen Altersgruppen. Er ist Orientierungshilfe, Arbeitsinstrument und Impulsgeber. In projekt- und handlungsorientiert ausgerichteten Angeboten werden die unterschiedlichen Medienerfahrungen und Medieninteressen aufgegriffen und aktuelle Forschungsergebnisse berücksichtigt. Aspekte des Jugendmedienschutzes, Persönlichkeitsrechtes, Verbraucher- sowie Datenschutzes werden mit unterschiedlichen Methoden behandelt.

Grafik-Medienkompass

Die Basis des Medienkompasses M-V bildet ein Medienkompetenzverständnis, das sich an die Arbeiten von Bernd Schorb (2005) und Helga Theunert (1999) anlehnt. Aus den drei Dimensionen Medienwissen, Medienbewerten und Medienhandeln sowie dem Orientierungswissen wurden für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen fünf miteinander verbundene Kompetenzbereiche (A-E) entwickelt. Der sechste Kompetenzbereich „Erziehen und Anregen (F)“ dient als Grundlage für die Eltern- und Familienarbeit.

Der Medienkompass Mecklenburg-Vorpommern ist auch als Buch und als Ringordner erschienen.

Das Buch - Download (PDF • 1,9 MB)

Der Ringordner - Download (PDF • 6,4 MB)

Das Buch - Medienkompass Mecklenburg-Vorpommern

Der Medienkompass Mecklenburg-Vorpommern ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern und der Universität Greifswald. Er wurde von Prof. Dr. Roland Rosenstock, Anja Schweiger und Laura Schmid von der Universität Greifswald unter Mitarbeit von Jan Hartmann, Bert Lingnau, Ulrike Möller, Sabine Schweder, Janet Wetzel und Heike Wilhelm entwickelt. Der Medienkompass enthält etwa 80 verschiedene Projektbeschreibungen, die konkrete Tipps geben, wie Kindertagesstätten, Schulen, Familien und außerschulische Träger Medienbildung vermitteln können, u.a. zum richtigen Umgang mit Handys und Computern, aber auch praktische Hinweise zu Hörspielen und TV-Castingshows, über LAN-Partys, Datenschutz, Jugendmedienschutz oder wie Jugendliche Hip-Hop selbst produzieren können.

Prof. Dr. Roland Rosenstock: „Ein Kompass dient der Orientierung. Der Medienkompass Mecklenburg-Vorpommern beschreibt, wie Kinder und Jugendliche heute in einer von digitalen Medien geprägten Welt aufwachsen. Die medienpädagogischen Praxisprojekte knüpfen an die Lebenswelt der Heranwachsenden an und vermitteln ihnen notwendige kulturelle Kompetenzen und soziale Fähigkeiten, die junge Menschen in M-V benötigen, um sich in audiovisuellen Medienangeboten zurechtzufinden. Wenn wir das Schwimmen und die Teilnahme am Straßenverkehr als Lebenskompetenzen vermitteln, dann sollten wir Kinder und Jugendliche auch altersgemäß mit den Risiken und den Möglichkeiten der Medienwelt vertraut machen.“

Anja Schweiger: „Medienbildung und die gesellschaftliche Forderung nach Medienkompetenz- Förderung ist in aller Munde. Pädagoginnen und Pädagogen stellen sich dabei nicht selten die Frage nach konkreten Umsetzungsmöglichkeiten. Der Medienkompass M-V setzt hier an. Auf einem Medienkompetenz-Verständnis basierend, finden sich lebensweltorientierte Angebote für einen Einstieg in die Medienarbeit. Sie setzen Impulse und geben Orientierung. Sie sind als erster Leitfaden zu sehen. Die Lebensweltthemen und Interessen der Kinder ab drei Jahren werden berücksichtigt. Im Sinne einer nachhaltigen Medienkompetenz-Förderung stehen nicht nur Kinder und Jugendliche im Zentrum der Maßnahmen, sondern auch Eltern und Großeltern. Unterstützung für die Umsetzung der Angebote finden Pädagoginnen und Pädagogen durch außerschulische Partner des Landes.“

Der Medienkompass geht auf die „Vereinbarung zur Förderung der Medienkompetenz“ zurück, die im März 2011 zwischen der Medienanstalt, der Staatskanzlei sowie dem Bildungs- und dem Sozialministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern geschlossen wurde. Seit dem 26. August 2014 gibt es ihn auch als Buch.

Das Buch „Der Medienkompass Mecklenburg-Vorpommern. Eine Orientierung für Kindertagesstätten, Schulen, Familien und außerschulische Träger der Kinder- und Jugendarbeit“ (Autoren: Roland Rosenstock, Anja Schweiger, Laura Schmid) ist kostenlos bei der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern, Bleicherufer 1, 19055 Schwerin erhältlich.

Der Ringordner – Orientierungshilfe und Arbeitsinstrument für die Schule

Der Ringordner (Format: DIN A4, 252 Seiten) ist speziell für Schulen und Lehrkräfte entwickelt worden. Er ist illustriert, enthält viele Hinweise für Lehrerinnen und Lehrer zur medialen Unterrichtsgestaltung sowie konkrete Arbeitsmaterialien für den Unterricht (Arbeitsblätter). Außerdem liefert er rund 20 genaue Medienprojekt-Beschreibungen und eine ausführliche Übersicht über Ansprechpartner in Mecklenburg-Vorpommern. Pädagoginnen und Pädagogen erhalten konkrete Tipps, wie sie anschaulich und nachhaltig Medienbildung vermitteln können, u.a. zum richtigen Umgang mit Smartphones, zum Internet und Datenschutz, über Castingshows, Cybermobbing, Podcasts, Hörspiele, Bloggen, Apps, Gamer-Sprache, Jugendmedienschutz und Geocaching.

Der Ringordner wurde von Prof. Dr. Roland Rosenstock, Anja Schweiger, Bettina Harz, Ines Sura und Christina Tetzel von der Universität Greifswald entwickelt und verfasst. Maßgeblich beteiligt war auch Bert Lingnau von der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern. Das Geleitwort verfasste Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsminister Mathias Brodkorb. Der Chef der Staatskanzlei, Dr. Christian Frenzel, steuerte ein Grußwort bei. Denn das Projekt wurde von Bildungsministerium und Staatskanzlei unterstützt.

Der Ringordner ist nach folgenden Altersstufen aufgebaut:

Prof. Dr. Roland Rosenstock:„Mit dem Ringordner richten wir uns direkt an die Lehrerinnen und Lehrer. Sich der schulischen Medienbildung zu widmen, scheitert nicht selten daran, dass ein Startimpuls fehlt. Die Materialien können sofort eingesetzt werden.“

Anja Schweiger:„Mit unserer Konzeption zeigen wir beispielhaft, wie Medienkompetenz-Förderung und die Umsetzung schulischer Anforderungen einhergehen können. Schritt für Schritt können nun eigene schul- und schülerspezifische Konzepte entwickelt werden, die letztlich selbstbestimmte Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler ermöglichen und die junge Generation auf ihrem Weg zu einem kompetenten Medienhandeln unterstützen. Nicht zu vergessen ist somit auch der Mehrwert, welcher für Lehrerinnen und Lehrer entsteht.“

Die Publikation „Der Medienkompass Mecklenburg-Vorpommern. Der Ringordner – Orientierungshilfe und Arbeitsinstrument für die Schule“ (Autoren: Roland Rosenstock, Anja Schweiger, Bettina Harz, Ines Sura, Christina Tetzel; Gestaltung und Illustration: Gestaltungsbüro Franka Lange, Greifswald) ist am 1. September 2015 erschienen. Herausgeber ist die Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern. Die Publikation (ISBN 978-3-00-049894-7) ist bei der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern, Bleicherufer 1, 19053 Schwerin erhältlich.